Programme

1. „Lichtstrahl“

Mittelalter und Moderne miteinander im Gespräch

Die Begegnung mit der Gregorianik öffnete für den estnischen Komponisten Arvo Pärt den Weg aus einer Schaffenskrise: „Ich wollte etwas finden, das lebendig, einfach und nicht destruktiv war (…) All das fand ich in einem Notenbuch, das ich in einer Kirche in Tallin bekam. Ich begann diese Melodien zu spielen und zu singen. Es war, als bekäme ich eine Bluttransfusion. Ich hatte es geschafft, eine Brücke zwischen gestern und heute zu bauen, ein Gestern, das mehrere Jahrhunderte alt war.“

Kompositionen von Adam de la Halle, Guillaume Dufay, Oswald von Wolkenstein, Hildegard von Bingen begegnen Werken von Arvo Pärt, Tim Florence, Georgios Sfyridis u.a.

 

 Bildergebnis für Engel Renaissance2. „Breit aus die Flügel beide“

In diesem Konzert erklingen geistliche und weltliche Werke zum Abend und zur Nacht, Lieder, Arien, Nocturnes und andere Instrumentalstücke. Sie stammen aus der Zeit der Renaissance und des Barock aus England, Italien und Deutschland.

 

Artists of the 16th-21st centuries: Music in Art: 16th ...

3. „Si dolce è’l tormento“ – Claudio Monteverdi und seine Zeit

Mit der Komposition des „Orfeo“ gilt Monteverdi als der erste Opernkomponist seiner Zeit. Opern- szenen sind auch seine Madrigale, die er in acht Büchern veröffentlicht. Nicht nur das Leben schreibt ihre Geschichten, sondern auch der Mythos und die Pastorale. Antike Götter, klagende Nymphen und verliebte Schäfer bevölkern die Szene, doch hinter ihnen kommen Tragödien aus Monteverdis eigener Lebensgeschichte zum Vorschein. Zeitlos sind die Themen: Leidenschaft, Sehnsucht, Hoffnung, Schmerz und Glück bewegen uns heute genauso wie die Menschen vor 400 Jahren.

 

Bildergebnis für Katharina von Bora 5. Starke Frauen: Katharina von Bora

In der Nacht zu Ostersonntag im Jahre 1523 geschah im Kloster Marienthron etwas Unglaubliches: Zwölf Nonnen flüchteten mit Hilfe eines Torgauer Bürgers, unter ihnen Katharina von Bora. Alle hatten sie im Verborgenen die Schriften eines Theologen gelesen, dessen Gedanken ihr Leben für immer verändern sollte. So spannend dieses Frauenschicksal Katharinas beginnt, so spannend sollte es weitergehen. Erst zwei Jahre später wurden sie schließlich ein Paar, sie und der berühmte Reformator.  Katharina verschaffte sich nicht nur Respekt und Anerkennung, sondern gewann schließlich auch die Liebe ihres Ehemannes. Wie es dazu kam und wie es im Hause Luther in dieser Zeit zuging, das erzählt sie in diesem Programm selbst.

 

6. IchEngel mit Laute hab die Nacht geträumet

Das bekannte Volkslied „Ich hab die Nacht geträumet“ ist Ausgangspunkt für ein Programm, dass die unterschiedlichsten Facetten des Traumes von der Träumerei über die Traumdeutung bis hin zu Trug und Trauma in den Kompositionen von Monteverdi, Frescobaldi, Krieger, Bach oder Vivaldi ihren verschiedensten musikalischen Ausdruck finden lässt. Fröhliche und nachdenkliche Texte aus der Zeit der Renaissance und des Barock vertiefen das Thema Schlaf & Traum.

 

 

 

7. Von der Dunkelheit ins Licht

Dieses Adventskonzert führt von der anfänglichen Dunkelheit des Winteranfangs allmählich zur strahlenden Helligkeit, die von dem Fest der Geburt Christi ausgeht. Nur von wenigen Kerzen beleuchtet beginnen die klaren Stimmen, nach und nach den Raum wie Lichtstrahlen zu durchmessen. Mit Musikwerken von Monteverdi, Vivaldi, Banchieri, Schütz, Legrenzi u.a. verbindet sich Unbekanntes mit altvertrauten Melodien schließlich zu weihnachtlichem Glanz.

Konzert & Lesung:

Foto8. „Bin ich Wasser, Feuer, Erde, Luft“

Jochen Kleppers letzte Jahre in Berlin

Im Advent 1942 schied der Schriftsteller und Kirchenlieddichter Jochen Klepper zusammen mit seiner jüdischen Frau und deren Tochter „freiwillig“ aus dem Leben. Die Deportation von Frau und Tochter stand unmittelbar bevor. Der in Berlin lebende Komponist Tim Florence hat für das ORLANDO-Ensemble einige Gedichte Kleppers vertont. Die Tagebuchauszüge Kleppers aus den Jahren 1932 bis 1942, durch den Schauspieler Dominik Stein vorgetragen, ergeben ein bewegendes Bild dieser Jahre und erlauben dem Zuhörer, Klepper persönlich nahe zu kommen und auf seinem letzten Weg zu begleiten. Außerdem werden Werke von Giovanni Batttista Agneletti, Johannes Schenck, Johann Justus Kahle, Josquin Desprez, Johann Hieronymus Kapsberger und Johann Sebastian Bach erklingen.